Namensänderungen - Eine deutsche Geschichte

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Nicht alle Menschen sind mit ihrem Namen glücklich. Namensänderungen sind in Deutschland schwierig. Zu schwierig, meinen viele.
Namen geben Menschen eine Identität. Zusammen mit dem Personalausweis eine unverwechselbare Identität. Doch nicht jeder Mensch fühlt sich mit seiner Namensidentität wohl. Weil der Vorname gesellschaftlich stigmatisiert ist. Weil der Nachname mit traumatischen Kindheitserlebnissen verknüpft ist. Weil der Mensch seine geschlechtliche Identität verändert hat. Viele wollen in solchen Situationen ihren Namen ändern. Doch Namensänderungen sind in Deutschland sehr kompliziert, viel komplizierter und restriktiver als in anderen Ländern. Das letzte Wort hat hier immer die Beamtin oder der Beamte beim Standesamt.
Das heutige Namensrecht geht auf ein Gesetz der Nationalsozialisten aus dem Jahr 1938 zurück, das mit einem Erlass so begründet wurde: „Jede Namensänderung beeinträchtigt die Erkennbarkeit der Herkunft aus einer Familie, erleichtert die Verdunklung des Personenstandes und verschleiert die blutmäßige Abstammung.“ Das Gesetz diente dazu, Menschen mit jüdischem Glauben mit besonderen Vornamen zu stigmatisieren.
Eine Expertenkommission des Bundesinnen- und Bundesjustizministeriums hat 2020 Vorschläge erarbeitet, wie die Namensänderung zukünftig praktisch gestaltet werden könnte. Umgesetzt sind sie bisher nicht. Die neue Bundesregierung nimmt einen neuen Anlauf. Kann sich bald jeder, jede einen Wunschnamen aussuchen? Wie weit darf die Liberalisierung gehen?

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