Prokofjews Violinkonzert Nr. 1 mit Sergey Malov und der DSP Rheinland-Pfalz - zum kostenlosen Download

22:45
 
Поделиться
 

Manage episode 339066208 series 54104
Сделано Südwestrundfunk и найдено благодаря Player FM и нашему сообществу. Авторские права принадлежат издателю, а не Player FM, и аудиоматериалы транслируются прямо с его сервера. Нажмите на кнопку Подписаться, чтобы следить за обновлениями через Player FM или скопируйте и вставьте ссылку на канал в другое приложение для подкастов.

Inspiriert von der Wiener Klassik

Prokofjew ist 26, als er sein 1. Violinkonzert vollendet. Er komponiert große Teile auf dem Gut Sonzowka, das seine Eltern verwalten. Damals gehört es zum Russischen Kaiserreich, heute liegt es in der umkämpften Region Donezk in der Ukraine. Es sind unbeschwerte Tage und das Werk atmet auch, wie Prokofjews „Symphonie Classique“, den Geist der Wiener Klassik. Prokofjew selbst nennt es ein „lyrisches“ Werk.

„Sognando“ – „verträumt“

Die Geige spielt gleich zu Beginn eine ätherische Melodie über dem Tremolo der Bratschen. In der Partitur notiert Prokofjew „verträumt“ und „sehr leise“. Angeblich hat ihn eine Liebesaffäre zu diesem Thema angeregt. Der Mittelsatz ist dann kein langsamer Satz, sondern ein flirrendes Scherzo. Nur knappe vier Minuten, die Violine rast förmlich durch den Satz, er schäumt über vor Vitalität. Der 3. Satz hält Rückschau und erinnert an die Welt der ersten beiden Sätze. Das Konzert hat allerdings ein Problem: Keiner will die Uraufführung spielen.

Weit und breit kein Solist

1917, in dem Jahr, in dem das Konzert vollendet wird, beginnt in Russland die Oktoberrevolution. An eine Uraufführung ist erstmal nicht zu denken. Erst nachdem sich Prokofjew, 1923, bis auf weiteres in Paris niederlässt, geht er das Projekt an. Allein: es fehlt jemand, der es aufführen will. Mit Paul Kochanski, der Prokofjew beim Violinpart beraten hat, hat Prokofjew keinen Kontakt mehr, Nathan Milstein ist in Russland, vielen ist der Solopart zu kompliziert und sentimental. Letztendlich spielt ihn der Konzertmeister des Pariser Opernorchesters Marcel Darrieux.

Die Pariser Uraufführung floppt

Der Grund dafür, dass keiner sich recht anfreunden kann mit dem Konzert, liegt auf der Hand: Paris erwartet von moderner Musik eine Schockwirkung. Man hat sich inzwischen an die provokanten Töne eines Strawinsky gewöhnt. Und im gleichen Konzert der Uraufführung hat auch das Bläseroktett von Igor Strawinsky Premiere und wird sogar vom Komponisten höchstpersönlich dirigiert. Mit sowas kann Prokofjew nicht aufwarten. Wie die Zeiten sich ändern: Längst zählt Prokofjews erstes Violinkonzert zur Grundausstattung großer Geigenvirtuos:innen.

Sergey Malov

Sergey Malov stammt aus St. Petersburg und ist ein Multitalent. Er spielt Geige, Bratsche, Barockvioline und das „Violoncello da spalla“, ein kleineres, 5-saitiges Cello, das man auf der Schulter spielt, alle gleichermaßen virtuos und mit großem Erfolg. Davon sprechen die vielen hochkarätigen Preise, wie etwa der beim ARD Wettbewerb in München, den er mit der Bratsche gewann. Seine Internetauftritte mit dem „Schulter-Cello“ sind millionenfach angeklickt. Seit 2017 ist Sergey Malov Professor an der Zürcher Musikhochschule.

618 эпизодов