Das Minetti Quartett spielt Beethovens Streichquartett op. 18 Nr. 4

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„Es wurden drei Quartette, eins von Haydn, dann eins von Mozart und zuletzt eins von Beethoven gespielt [...]. Beethoven [...] blieb nur, um seine eigene Natur auch in eigenen Formen auszudrücken, ein kühner kräftiger Turmbau, auf den so leicht kein zweiter etwas setzen soll, ohne den Hals zu brechen“. Diese berühmte Charakterisierung von Johann Friedrich Reichhardt stammt aus einer Zeit, in der von Beethovens Streichquartetten lediglich op. 18 und op. 59 vorlagen, also von seinen formsprengenden späten Quartetten noch nicht die Rede war. Während viele Zeitgenossen schon den drei Quartetten op. 59 gegenüber Verständnislosigkeit zeigten und erst recht bei den späten Werken nur noch vor den „Trümmern“ der Gattungstradition standen, sind die dem Fürsten Lobkowitz gewidmeten 6 Quartette op. 18 noch an die Vorbilder Haydn und Mozart angelehnt und wurden vom Publikum weitestgehend akzeptiert.

Erdrückendes Erbe: Vorbild Haydn und Mozart

Ludwig van Beethoven hat in der Zeit zwischen 1798 und 1826 16 Streichquartette geschrieben, die insgesamt die Schaffenszeit des Komponisten und darüber hinaus ganze stilistische Epochen umfassen. Seinen frühen 6 Quartetten op. 18 näherte sich Beethoven eher vorsichtig und auf Umwegen an, über andere Besetzungen wie Klavier-Kammermusikwerke und Streichtrios. Denn der dritte der „Wiener Klassiker“ sah sich durch seine Vorgänger Haydn und Mozart, welche die Gattung bereits zur höchsten Vollendung gebracht hatten, einem schier erdrückenden Erbe gegenüber. Das Streichquartett wurde zu dieser Zeit - und eigentlich bis heute - als die anspruchsvollste und vielschichtigste innerhalb der Instrumentalmusik angesehen. Am ehesten vergleichbar sind Beethovens Werke op. 18 den sechs sogenannten Haydn-Quartetten Mozarts, die ebenfalls, wie der Komponist selbst bemerkte, „Frucht einer langen und mühseligen Arbeit“ waren. Beethovens Verdienst bleibt, die Gattung hier nicht nur kongenial weitergeführt, sondern ihr neue Impulse, neue Sichtweisen durch immer wieder experimentelles Ausprobieren gegeben zu haben.

Ohne c-Moll-Pathos

Das vierte der Werke aus op. 18 hat man, ein wenig zu Unrecht, als das konventionellste der Reihe angesehen und daher oft einem früheren Entstehungsdatum zugeordnet. Der noch geltenden Konvention folgend, hat Beethoven innerhalb des Zyklus ein Moll-Werk komponiert, das oft mit seinen rhetorisch-pathetischen c-Moll-Werken der 1790er-Jahre verglichen wurde. Und auch, wenn der Kopfsatz mit einem verhalten-leidenschaftlichen Thema beginnt, so mündet dieses schnell in ein gesangliches, schwelgendes Seitenthema, und auch in der Durchführung kommt es kaum zu emotionalen Entladungen. Die Vereinfachung formaler Elemente setzt sich in den Folgesätzen fort. So wird kein langsamer Satz, sondern ein spielerisches Scherzo in Staccato-Manier und in Fugen- und Sonatensatz-Verarbeitung geboten. Das Finale zeigt dann eine überraschend konventionelle, aber virtuose Rondoform, die auf den Anfang zurückweist. Nur das in der Grundtonart stehende Menuett ist erstaunlich widerborstig mit seinen Sforzato-Akzenten und in seiner drängend aufsteigenden Manier, die dann doch noch ein wenig c-Moll-Pathos bedienen kann.

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